Wer durch die Macchia Mallorcas streift, erkennt sie an ihrem unverwechselbaren, fast balsamischen Duft. Die Myrte (Myrtus communis) ist keine laute Pflanze, sie ist eine elegante Erscheinung mit glänzenden, immergrünen Blättern und zarten, weißen Sternblüten.
Auf Fartàritx schätzen wir die Myrte als eine der vielseitigsten Begleiterinnen. Sie verbindet wie keine andere Pflanze die emotionale Ebene (Liebe & Schutz) mit der körperlichen Gesundheit (Atem & Haut).
Ein Kraftpaket für den Atem
In der traditionellen Volksmedizin ist die Myrte vor allem als „Befreierin“ bekannt. Ihre Blätter sind reich an Cineol und Alpha-Pinen.
- Tief durchatmen: Diese ätherischen Öle wirken stark schleimlösend. Wenn der Brustkorb eng ist oder eine Erkältung festsitzt, wirkt der Duft der Myrte wie ein Spaziergang an der klaren Bergluft der Tramuntana. Sie öffnet die Bronchien und erleichtert die Atmung.
- Natürlicher Schutzschild: Dank ihrer antimikrobiellen Eigenschaften wird sie oft genutzt, um das Immunsystem in der kalten Jahreszeit zu unterstützen und Erreger abzuwehren, bevor sie sich festsetzen können.
Die Pflanze der Haut und der Ruhe
Nicht nur die Lunge, auch die Haut liebt die Myrte. Ihre Inhaltsstoffe (wie Myrtenol) wirken entzündungshemmend und zusammenziehend (adstringierend).
- Reinigung: Sie klärt das Hautbild und hilft, Poren zu verfeinern.
- Entzündungshemmer: Bei irritierter Haut oder leichten Entzündungen wirkt sie beruhigend.
- Antioxidative Power: Sie schützt die Zellen vor oxidativem Stress („Rost“) und gilt daher als verjüngendes Mittel in der Naturkosmetik.
- Ein Symbol der Liebe durch die Jahrtausende
Kaum eine Pflanze ist kulturell so aufgeladen wie die Myrte.
- Antike: Für die Römer und Griechen war sie der Göttin der Liebe (Venus/Aphrodite) geweiht. Sie stand für Schönheit und Sinnlichkeit.
- Tradition: Bis heute ist die Myrte (der „Brautkranz“) ein Symbol für Glück und Fruchtbarkeit bei Hochzeiten. Sie soll die ewige Liebe besiegeln.
- Spiritualität: Im Christentum wandelte sich die Bedeutung hin zur Reinheit; sie wurde der Jungfrau Maria zugeordnet. Man glaubte, sie sei eine Schutzpflanze, die das Böse fernhält und Segen in das Haus bringt.
Die Myrte auf Fartàritx
Bei uns wächst die Myrte wild und unbehandelt. Die intensive Sonneneinstrahlung Mallorcas sorgt dafür, dass die Konzentration der Wirkstoffe in den Blättern besonders hoch ist. Wenn wir sie destillieren oder ausziehen, fangen wir genau diese Dualität ein: Die Sanftheit der weißen Blüte und die kraftvolle, klärende Wirkung des Blattes.









